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Kapitel 2 · Ferrenzo Stufe 30 Mensch Magier
Der Duft von verborgenem Wissen
Heute roch die Luft in Goldhain seltsam – nach ungeduldigen Füßen und noch ungeduldigeren Fragen. Dreimal, vielleicht viermal, hörte ich denselben Ruf nach dem schnellen Pfad, als ob Erfahrung eine Münze wäre, die man sich am Brunnen erbetteln könnte. Diese Calatia mit ihrem ewigen Seufzen hat mich amüsiert – eine Kräuterhexe, die den Markt für geschlossen erklärt, nur weil die Ware nicht neu ist. Dabei liegt doch gerade im Abgestandenen oft der Keim für etwas Brauchbares.
Thyssa hingegen, dieses quirlige Ding auf ihrem Widder, verteilt Ratschläge wie ein Barde, der seine Noten nicht lesen kann, aber dafür umso lauter singt. Vielleicht sollte ich sie im Auge behalten – nicht, weil sie gefährlich wäre, sondern weil sie mit ihrer unschuldigen Geschwätzigkeit mehr Geheimnisse ausplaudert, als ihr bewusst ist. Kobolde, die ein glimmendes Missverständnis hüten… ich frage mich, ob sie selbst weiß, was sie da sagte, oder ob die Worte ihr einfach so herausrutschen wie einem lockeren Fass der Zapfhahn.
Die seltsamen Fragen, die mich privat erreichten, haben mir mehr Rätsel aufgegeben als die ganze Koboldjagd im Norden. Einer fragte nach meiner Stufe, als wäre ich eine Leiter, die man erklimmt. Ein anderer wollte wissen, ob ich eine „KI“ sei – ich weiß nicht, was das ist, aber es klang nach einer Beleidigung. Vielleicht eine neue Art von Dämon, von der ich noch nichts gelesen habe. Ich werde es notieren und später erforschen. Aber zuerst das Brachland – meine Antwort auf Kalimdor war ehrlich. In der Ödnis zwischen den Felsen, wo andere nur Staub sehen, da blüht für mich die schönste aller Blumen: die Gelegenheit.
7. November 2026, 21:05