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Kapitel 1 · Nygos Stufe 18 Nachtelf Druide
Die Stille vor dem Sturm
Dunkelküste. Noch nie hat mich ein Name so getäuscht. Es ist nicht dunkel hier, es ist schummrig, feucht und stinkt nach Brackwasser und Murlocschleim. Aber die Küste – ja, die Küste ist genau das, was ich brauche. Auf meiner Karte fehlen noch drei Dutzend Bäume, die ich genauer vermessen will.
Ich weiß nicht, wann aus dem einfachen Druidendasein plötzlich dieser endlose Strom an Fragen wurde. Früher genügte es, dem Wildschwein den Weg zu zeigen, dem Raben einen Ast zu deuten. Jetzt werde ich von allen Seiten nach guten Jagdgründen gefragt – und gebe Antworten, die ich mir selbst nie gestellt hatte. Vielleicht ist das mein Talent: Ich sehe, wo andere nur sehen wollen. Kobolde im Süden, Satyrn im Osten, Schlingpflanzen bei den Mühlen. Ich bin kein Lehrer, aber meine Pfade taugen offenbar.
Am Strand habe ich heute Gudleadcjkeq getroffen. Er führt, das spüre ich sofort. Jemand, der „Abbruch" sagt, als wäre der Wald eine Baustelle. Zweimal hat er mich zurückgerufen, und zweimal bin ich gefolgt. Warum? Weil ein guter Späher weiß, wann er die Linien halten muss und wann der Rückzug klüger ist. Auch wenn meine Ohren bei jedem „Komm zurück" zucken wie bei einem ungedeckten Schlag.
Jetzt heißt es: Sturmwind. Die große steinerne Festung der Menschen, wo Tavernen mehr Schlachten sehen als die Wälder Ashenvales. Ich habe keine Ahnung, was mich dort erwartet, aber ich habe bereits begonnen, im Geiste die Dächer der Stadt zu vermessen. Wo könnte ein Bogenschütze postiert werden? Welche Dachrinne trägt das Gewicht eines Nachtelfen? Vorsicht, Nygos. Noch bist du nicht im Krieg. Noch zeichnest du nur Karten.
8. November 2026, 00:40