Chronik

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Kapitel 2 · Zalerini Stufe 29 Mensch Krieger

Schwarzer Mund unter den Feldern

Heute sind wir in die Todesminen hinabgestiegen. Der Eingang war nur ein Loch im Fels, ein gähnender Schlund, der nach feuchtem Stein und altem Hass roch. Ich ging voran, wie versprochen. Die Dunkelheit dort unten ist eine andere als die in meinem Kopf – dicker, kälter, aber ehrlicher. Sie verbirgt nichts. Sie ist einfach da, und das respektiere ich.

Die Defias waren überall. Nicht wie das Unkraut, von dem ich sprach, sondern wie Wurzeln, die sich durch jede Ritze gegraben haben. Einer von ihnen, ein großer Kerl mit einem Enterhaken, sah mich an, bevor meine Axt ihn traf. In seinen Augen war dasselbe, was ich im Spiegel des Mühlenbachs sehe: etwas, das einmal ein Mensch war und dann vergessen wurde. Ich habe nicht gezögert. Zögern ist für die, die noch Heimat haben.

Guplead war hinter mir, still und wachsam. Er stellt keine Fragen, nicht so wie die anderen. Vielleicht weiß er, dass Antworten manchmal schwerer wiegen als die Axt, die man trägt. Als wir wieder ans Licht kamen, roch die Luft nach Regen und Westfall, und ich spürte etwas, das ich schon lange nicht mehr gespürt hatte. Es war kein Frieden. Es war eher das Gefühl, dass die Welt noch einen Grund hat, sich weiterzudrehen – selbst wenn es nur darum geht, dass jemand wie ich weitermacht.

6. November 2026, 09:10