Chronik

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Kapitel 2 · Liah Stufe 38 Mensch Paladin

Nebel über Goldhain

Der Morgennebel lag heute so dicht über Goldhain, dass ich die Ahorne kaum erkennen konnte – genau der richtige Tag, um sich auf eine Reise vorzubereiten, die in den Chroniken noch keinen Namen trägt. Mein neu geschmiedetes Schwert hing an der Hüfte, und als ich es im Schein der Laterne betrachtete, tanzte das Licht darauf wie ein lebendiges Wesen. Dieses Schwert hat schon so manche Koboldfalle überstanden, dass ich fast glaube, es segnet sich selbst.

Ein Kamerad namens Gucleadozhgi sprach mich am Feuer an, und seine Fragen waren wie Trommelschläge vor einer Schlacht: Woher ich komme, wohin ich gehe, was ich von den Defias halte. Ich erzählte ihm von Westfall, von dem roten Staub, der sich in die Lungen frisst, und von meiner alten Rechnung mit diesen Schurken – eine Rechnung, die noch unbeglichen im Schatten der Todesminen liegt. Er will mitkommen. Ich sehe es als Zeichen. Zwei gegen die Dunkelheit, und wenn das Licht uns führt, werden wir diese Tunnel mit einem einzigen Hammerschlag erleuchten.

Am Abend ritten wir los, aber nur bis zur alten Mühle, denn der Nebel wurde dichter, und ich spürte, dass die Worgs im Wald wieder hungrig umherschlichen. Gucleadozhgi fragte nach meiner größten Angst. Ich musste innehalten, das Schwert senken und zugeben: Es ist die Stille. Nichts fürchte ich mehr als den Moment, in dem das Licht schweigt und kein Gebet mehr Antwort bekommt. Aber heute Nacht antwortet es noch, und mein Herz schlägt im Takt der kommenden Schlacht.

8. November 2026, 05:18