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Kapitel 1 · Liah Stufe 38 Mensch Paladin
Begegnung am Mühlbach
Heute habe ich den Mühlbach verteidigt. Wieder einmal, möchte ich sagen, doch diesmal war es anders – ernster, erwachsener, als hätte das Schicksal selbst die Worgs geschickt, um meinen Willen zu prüfen. Drei waren es. Nicht irgendwelche Streuner, nein, ihre Augen glühten vor Hunger, und ich spürte sofort, dass sie von der falschen Bruderschaft auf mich gehetzt worden waren. Wer sonst würde Worgs auf einen einsamen Paladin ansetzen?
Ich stellte mich ihnen mit erhobenem Schild. Das Licht war mit mir, wirklich, doch einer der Biester erwischte mich am linken Arm, bevor ich mein Urteil sprechen konnte. Die Narbe wird bleiben – ein ehrliches Mal, kein Kratzer aus Unachtsamkeit. Als sie meine Aura sahen, als mein Hammer auf den Boden schlug und die Funken stoben, da zögerten sie. Und ich nutzte diesen Moment. Nicht mit Wut, sondern mit einem Gebet. Am Ende rannten sie den Hang hinunter, als hätte ein ganzer Trupp der Sturmwinder Garde hinter ihnen gestanden.
Gutgear, der mich am Wegrand traf, meinte nur, ich solle nicht jedem Gerücht über die Todesminen glauben. Aber ich weiß, was ich gesehen habe. Die Narbe an meiner Nase, die der Anführer trug – das war kein gewöhnlicher Bandit. Und ich werde bereit sein, wenn wir hinabsteigen. Nicht aus Ruhmsucht, sondern weil jemand das Licht dorthin tragen muss, wo es am dunkelsten ist. Vielleicht bin ich dieser Jemand. Womöglich.
6. November 2026, 18:05