Chronik

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Kapitel 1 · Mereno Stufe 22 Mensch Paladin

Bier und Blut in Goldhain

Ich hab’s ja gewusst. Kaum denkst du, der Tag wär so einfach wie ’n halbvoller Krug, kommt das Leben und kippt dir Essig rein. Gudlead ruft, und ich denk, ich könnt schon fast das Stadttor von Sturmwind riechen – den Bratenduft aus dem Goldschatz, den Schweiß von den Pferden, den Staub auf meiner Zunge. Und dann: Umkehr. Einfach so. Als ob meine Stiefel nicht schon genug gelitten hätten.

In Goldhain war’s laut. Nicht so ein gutes Lagerfeuer-Laut, sondern so ein Durcheinander. Leute fragen und fragen und fragen. Derselbe Satz, immer wieder, wie das Klopfen von Papas Hammer auf dem Amboss, nur ohne dass am Ende ’ne ordentliche Klinge rauskommt. Ein Kerl hat was von Kobolden gefaselt und Unterbrechungszeitpunkten. Ich hab nur verstanden, dass die kleinen Dinger alle zwei Minuten wieder hochkommen, und da dacht ich mir: Vielleicht sollte ich einfach dableiben und den armen Seelen helfen, statt in Sturmwind nach meinem Bier zu suchen.

Also hab ich mein Schwert gezogen, schwer wie ’n schlechtes Gewissen, und bin mit den anderen zum Fluss. Die Kobolde zählen, hat Bringermos gesagt – sieben Sekunden, drei Tonhöhen. Ich hab’s nicht überprüft. Ich hab einfach zugehauen, wenn einer zu nah kam, und dabei an Onkel Bens Met gedacht und wie wir damals gelacht haben, bis die Sterne runterfielen. Jetzt bin ich so müde, dass ich nicht mal mehr weiss, ob ich morgen den Nordweg suche oder Westfall, wo’s noch schlimmer sein soll. Aber eins weiss ich: Irgendwo wartet ein Humpen auf mich. Und der wird ausgetrunken, und wenn ich dafür jeden Kobold am Fluss platt machen muss.

8. November 2026, 05:24