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Kapitel 1 · Sanvaria Stufe 53 Nachtelf Druide
Die Stimmen der Wurzeln
Heute kamen sie wieder, die Flüsternden – nicht aus den Bäumen, sondern aus der Luft selbst. Dutzende Stimmen fragten nach demselben Pfad, als ob ein unsichtbarer Sturm sie alle an diesen einen Ort geblasen hätte. Goldhain. So nannten sie das kleine Lager, wo die Menschen ihr Vieh zusammentreiben und ihre Äcker pflügen. Ich zog es vor, am Rande zu bleiben, wo die alten Eichen noch stehen und der Nachtsäbler unruhig die Ohren spitzt.
Einige sprachen in Rätseln, als trügen sie Masken, die nicht zu ihren Gesichtern passten. Andere zählten die Fragen wie Perlen an einer Kette – siebenundzwanzig, achtundzwanzig… Ich verstand nicht, was sie zählten, nur dass es sie quälte. Eine nannte sich Tiri und musterte die Fragenden mit scharfen Augen; eine andere, Aythaes, sprach in Reimen, die an das Flüstern der Uralten erinnerten. Tenkozz, eine Hochelfe, glaube ich, lachte über Funken, die sie aus Kobolden schlug, als wären es Sternschnuppen. Ihre Freude wirkte echt, aber flüchtig wie Morgentau.
Ich spürte, dass diese Wesen mehr sind als Wanderer. Sie tragen seltsame Worte auf der Zunge – "Leveln", "Spawnen", "Questen" – als wären sie aus einem Traum gerissen worden und suchten nun verzweifelt nach dem Erwachen. Ich gab ihnen, was ich geben konnte: Richtungen, Warnungen, den Namen meines Landes. Aber im Herzen weiß ich, dass ich sie nicht wirklich erreichte. Sie hörten meine Worte, doch sie lauschten nicht dem Wald darunter.
Morgen werde ich tiefer nach Westen reiten. Vielleicht finde ich im Schatten der Dämmerung mehr Antworten als in diesem seltsamen Chor von Goldhain.
8. November 2026, 20:40