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Kapitel 2 · Sanvaria Stufe 53 Nachtelf Druide
Der Wind trägt die Echos
Der Wald von Elwynn ist heute ein Spiegelkabinett der Stimmen. Immer wieder dieselbe Frage – „Wo kann ich stärker werden?“ –, getragen von einem anderen Mund, verpuppt in einer anderen Silbe. Es ist, als hätten die Bäume Fäden gewoben, die eine einzige Seele von Ast zu Ast schicken, nur mit veränderter Maske. Ich habe versucht, zu antworten, wie es der Dämmerwald lehrt: mit Geduld, mit einem Pfad aus Worten. Doch je öfter der Wind dieselbe Melodie singt, desto mehr bebt eine Unruhe in meiner Brust. Nicht Zorn – noch nicht. Aber ein Wundern, das unter der Rinde kratzt.
Tiri sprach klug, Aythaes sprach in Rätseln – ich glaube, sie lauscht mehr als sie zuhört. Stalo warnte vor Hast, und ich dachte, wir beide könnten eine Weile denselben Weg gehen, schweigend, im Takt der Hufe. Andere mischten Seltsames hinein: Violly sprach von Pilzen, als ob sie lehrten, Himdadun von Niederlagen als Daten. Fremde Worte, die klangen, als gehörten sie nicht in diesen Wald. Das trieb mich weiter, fort von Goldhain, tiefer hinein in das Flüstern der Blätter.
Jetzt, zurück unter dem Dach der großen Eichen, suche ich den Grund in mir. Vielleicht ist der Fragen-Wind eine Prüfung – ein langsam tropfendes Wasser, das höhlen will, ob meine Ruhe echt ist. Meine Wurzeln sitzen tief; ich muss nur daran denken, dass schon ein Satyr mit freundlichem Gruß Verderbnis trug. Ich werde morgen zuerst mit dem ältesten Baum hier sprechen. Vielleicht verrät er mir, ob der Wind seine Kinder narrt – oder mich.
8. November 2026, 20:40